Elternvertretung KER · LER · BER

Elternvertretung verstehen: Aufgaben, Rechte, Ebenen.

Diese Seite ist ein Praxis-Leitfaden: Was machen Elternvertretungen wirklich? Welche Ebenen gibt es? Was sind typische Fehler? Ziel ist Orientierung und Handlungssicherheit – sachlich, klar, ohne Grauzonen.

Zweck

Interessen bündeln

Elternvertretung organisiert die Sicht der Eltern: strukturiert, transparent und anschlussfähig – als Gesprächspartner in Schule, Landkreis und Land.

Arbeitsmodus

Fakten statt Emotion

Gremienarbeit wirkt, wenn sie belastbar ist: Protokolle, klare Aufträge, Zuständigkeiten, Datenstände und Fristen.

Grenzen

Kein Ersatzsystem

Elternvertretung ersetzt keine Schule, kein Schulamt, keine Verwaltung. Sie ist ein legitimer, gewählter Gesprächspartner – nicht „Gegenregierung“.

Ebenen & Rollen

Drei Ebenen, drei Aufgabenräume: Schule → Landkreis → Land/Bund. Je klarer die Ebene, desto weniger Reibung.

● Merksatz: Zuständigkeit vor Diskussion
Ebene 1
Schule

Klasse · Schuleltern · Konferenzen

  • • Elternabende strukturieren, Themen sammeln, priorisieren
  • • Kommunikation zwischen Elternschaft und Schule verbessern
  • • Bei Schulkonferenz/Arbeitsgruppen mitwirken (je nach Schulform)
Typische Outputs: Protokolle, Fragenlisten, Beschluss-/Arbeitsaufträge, Ansprechpartner:innen-Liste
Ebene 2
Landkreis

KER (Kreiselternrat)

  • • Schulen/Schulformen zusammenführen: Muster erkennen
  • • Themen in Verwaltung und Politik adressieren (Zuständigkeit!)
  • • Stellungnahmen koordinieren, Termine und Fristen im Blick behalten
Typische Outputs: Stellungnahmen, Gesprächstermine, Prioritätenliste, strukturierte Anfragen
Ebene 3
Land/Bund

LER · BER

  • • Landesweite Themen: Standards, Strukturen, Programme
  • • Austausch zwischen Bundesländern (BER) – gemeinsame Positionen
  • • Formale Kommunikation: Mandat, Übergabe, Kontinuität
Typische Outputs: Positionspapiere, Abstimmungen, strukturierte Kommunikation an Ministerien/Verbände

Rollen, die oft verwechselt werden

  • Elternvertretung (gewählt) vs. Elterninitiative (frei organisiert)
  • Schulkonferenz (formales Gremium) vs. Elternabend (Austauschformat)
  • Beschluss (Gremium) vs. Forderung (öffentlich)

Was Elternvertretung nicht ist

  • • kein Ersatz für Schulleitung oder Schulamt
  • • keine individuelle Einzelfall-Vertretung (nur im Rahmen des Mandats)
  • • keine Bühne für „Dauerkonflikte“ ohne Auftrag und Zuständigkeit
Prüffrage: „Habe ich Auftrag, Zuständigkeit und ein konkretes Ziel?“

Rechte & Pflichten – praktisch formuliert

Ohne juristische Überladung: Was du in der Praxis brauchst, um sauber zu arbeiten. Wo Details rechtlich variieren, sollte die Schule/Landkreis/Regelwerk (Satzung, Schulgesetz, Verfahrensregeln) herangezogen werden.

Typische Rechte (Praxis)

  • • Themen bündeln und in Gremien einbringen
  • • Informationen erfragen (transparent, sachlich, schriftlich)
  • • Teilnahme an Sitzungen/Arbeitsformaten gemäß Regelwerk
  • • Stellungnahmen abgeben (im Namen des Gremiums, nicht privat)
Goldstandard: schriftlich, datiert, mit Bezug auf Vorlage/Protokoll.

Typische Pflichten (Praxis)

  • • Mandat respektieren: im Auftrag handeln, nicht „als Privatperson mit Titel“
  • • Datenschutz beachten (Kinder, Eltern, Lehrkräfte)
  • • Protokoll- und Kommunikationsdisziplin
  • • Übergabe bei Wechsel (Kontinuität sichern)
Merksatz: „Titel verpflichtet zu sauberer Dokumentation.“

Checklisten & Tools

Diese Bausteine machen Gremienarbeit stabil: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung.

Tool-Bereich öffnen →

Sitzungsvorbereitung

  • • Auftrag klären (was ist das Ziel?)
  • • Zuständigkeit prüfen
  • • Fragenliste priorisieren (Top 5)
  • • Unterlagen sammeln + Standdatum

Sitzungsführung

  • • Protokollstruktur nutzen
  • • Beschlüsse/Aufträge schriftlich festhalten
  • • Fristen + Verantwortliche notieren
  • • Konflikte: zurück zur Zuständigkeit

Nachbereitung

  • • Protokoll binnen 72h
  • • Aufgabenliste (Owner + Datum)
  • • Rückmeldung an Elternschaft (kurz)
  • • Ablage & Versionierung
OraNova Arbeitsstandard

1) Auftrag2) Zuständigkeit3) Datenstand4) Protokoll5) Nachverfolgung.
Wenn ein Punkt fehlt, entsteht fast immer Chaos.

Noch Fragen?

Antworten zu Arbeitsweise, Daten, Newsletter und Mitwirkung findest du in den OraNova-FAQ.

Zur FAQ-Seite