KJHA, Haushalt, Zuständigkeiten – warum Entscheidungen so fallen, wie sie fallen.
Diese Seite erklärt die Jugendhilfe-Strukturen im Landkreis (OHV) verständlich: Wer entscheidet über was? Was ist der Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA)? Wie hängt Jugendhilfe mit Schule zusammen – und warum sind Haushaltszahlen dabei zentral?
Was ist der KJHA?
Der Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA) ist ein zentrales Gremium der Jugendhilfe auf Landkreisebene. Er berät, steuert und begleitet Themen der Jugendhilfe und fasst – je nach Thema – Beschlüsse bzw. empfiehlt Entscheidungen, die anschließend in Verwaltung und Kreistag umgesetzt werden.
- • Jugendhilfe ist ein eigenständiger Aufgabenbereich – nicht „nur Schule“.
- • Der KJHA ist ein zentraler Ort, an dem Fachlichkeit + Politik + Träger zusammenkommen.
- • Viele Entscheidungen sind haushaltsgebunden: Wirkung braucht Finanzierung.
Daten schlagen Empörung.
Wer im KJHA überzeugen will, arbeitet mit: Zuständigkeit, Zahlen, Wirkung, Alternativen und Folgekosten.
Wer entscheidet was?
In der Praxis gibt es drei „Entscheidungsorte“: Fachgremium (KJHA), Verwaltung (Umsetzung) und Politik (Kreistag/Haushalt). Wenn du den Ort triffst, wirkt dein Anliegen.
KJHA
- • fachliche Einordnung
- • Prioritäten & Empfehlungen
- • Anhörungen / Trägerperspektiven
Verwaltung
- • rechtlich/operativ umsetzbar machen
- • Verträge, Vergaben, Bescheide
- • Berichtswesen, Kennzahlen
Kreistag / Haushalt
- • Budgetentscheidungen
- • politische Prioritäten
- • formale Beschlüsse
Typische Missverständnisse
- • „Der KJHA kann alles entscheiden.“ → Viele Themen sind haushalts- oder kreistagsgebunden.
- • „Wenn es fachlich richtig ist, passiert es automatisch.“ → Ohne Finanzierung/Umsetzung passiert oft nichts.
- • „Schule löst Jugendhilfe.“ → Schule und Jugendhilfe sind verbunden, aber strukturell getrennte Systeme.
Haushalt & Logik: So wird entschieden
Haushaltsentscheidungen folgen selten „gut/schlecht“, sondern fast immer einer Logik aus Pflichten, Prioritäten und Risiken. Wer diese Logik bedient, wird ernst genommen.
Typische Argumentationsbausteine
- • Pflichtaufgaben vs. freiwillige Leistungen
- • Kosten jetzt vs. Folgekosten später
- • Reichweite: Wie viele Kinder profitieren?
- • Nachweis: Welche Wirkung ist belegbar?
Was in Sitzungen zählt
- • klarer Antrag / klare Frage
- • saubere Zahlen (Quelle + Standdatum)
- • Umsetzungsweg: Wer macht was bis wann?
- • Alternativen: Was kostet Option B?
Praxis-Check: In 10 Minuten vorbereitet
Wenn du eine Vorlage/Entscheidung bewerten musst, hilft diese Mini-Checkliste. Sie macht aus Diskussionen Arbeit.
1) Kontext
- • Worum geht es (1 Satz)?
- • Welche Zielgruppe?
- • Was ist die Konsequenz?
2) Zahlen
- • Betrag + Zeitraum
- • Quelle + Standdatum
- • Folgekosten (wenn möglich)
3) Umsetzung
- • Wer ist verantwortlich?
- • Welche Frist?
- • Welche Messpunkte?
„Wenn wir dieses Angebot streichen: Was passiert danach – und wer zahlt die Folgen?“
Weiterführend
Für datengestützte Berichte und Termine siehe „Aktuelles“ – inkl. Lernwerkstätten-Faktenbericht.